PUSH AND GO – vom spielerischen Umgang mit der Kopiermaschine

Die Ausstellung untersucht verschiedene Annäherungen und Aneignungen des Geräts als künstlerisches Medium und den spielerischen Umgang als indikativen Moment. Zweck und Nutzen werden ignoriert, das industriell gefertigte Gerät wird individualisiert, das Papier wird Bildträger und das Gerät Medium, Objekt und Installation. Hierbei entsteht ein Querschnitt ganz unterschiedlicher Motivationen und Ansätze, die das Kopieren oder die Kopiermaschine thematisieren

Vernissage am 29.11. ab 19.00 Uhr, Makroscope, Mülheim

LIVE: Peter Strickmann

Weitere Öffnungszeiten: So. 2.12. / Do. 6.12. / So. 9.12. / Do. 13.12. / So. 16.12. (jeweils von 15 bis 19 Uhr).


Ausgangspunkt der in diesem Jahr im Rahmen des Shiny Toys Festival stattfindenden Ausstellung «PUSH AND GO – vom spielerischen Umgang mit der Kopiermaschine» ist die Untersuchung von technisch geprägten Rahmenbedingungen und deren Übersetzungen in ein künstlerisches Medium. Hierbei geht es formal um die Fragestellung, wie wir uns technischen Geräten annähern und uns diese spielerisch begreifbar machen können.

In der Betrachtung von verschiedenen Aspekten der Copy Art und insbesondere in der Sammlung des Museums für Fotokopie (M.F.F.) scheint der spielerische Moment im Umgang mit der Kopiermaschine ein sehr grundsätzlicher Motivator zu sein – die Kopie von einer Kopie von einer Kopie. Wobei im Spielerischen sowohl der Zufall als auch eine Unkontrollierbarkeit des Druckerzeugnisses eingespeist wird und darüber hinaus dieses auch zu einem Um- und Weiterdenken der Kopiermaschine selbst führt. So wird beispielsweise in eine Kopiervorlagen immer und immer wieder hineingezoomt oder auch eine Abfolge von Gegenständen, wie Büroklammern, in unterschiedlichen Größen skaliert, zu hundertfach wiederholt und platziert. Es kommt zu sehr bewussten Entscheidung wie ein und dasselbe Blatt Papier abermals zu kopieren oder auch über 12 Stunden hinweg jede Sekunde eine Kopie von einer Uhr anzufertigen. Bei offener Kopier-Klappe werden Gegenstände und Papiere als Kopiervorlage über das Glas bewegt. Die Kopiermaschine dient als Vervielfältigungsapparat, Soundmaschine, Lichtspiel oder auch als Tanzfläche.

Vielleicht liegt es in der Natur der Kopie selbst, dass das Spielen an diesen Geräten und das wiederholende Drücken des Startknopfes eine Faszination ausübt. Ausgehend von der permanenten Möglichkeit der Wiederholung einer Tätigkeit mit abweichenden Resultaten, spielt auch der Begriff der seriellen Abhandlung einen wesentliche Rolle. Eine leichte und dennoch vorhandene Differenz zwischen den einzelnen Kopien scheint von Notwendigkeit, um die Spuren des Kopierens und des immer wieder weiter Arbeitens sichtbar und erfahrbar zu machen, jede Kopie ist auch gleichermaßen ein Original. Das Kopieren dient als ein spielerisches Experiment, das sowohl die technischen Grundlagen der Kopiermaschinen als auch das Resultat auf Papierformaten auf ein typisch ästhetisches Spektrum der Copy Art untersucht.

Wir freuen uns sehr folgende Künstler* aus der Sammlung und als Gast präsentieren zu dürfen: Rosy Beyelschmidt, Marion Bösen, James Durand, Daria Huddy, Karl Hermann Möller, Jürgen O.Olbrich, Jean-François Robic, The Rapid Publisher, Klaus Urbons und weitere.

Die Ausstellung wird im Rahmen des Festivals von Mari Lena Rapprich kuratiert.